Ist TYPO3 kompliziert? Die fünf häufigsten Fragen zu Deutschlands beliebtestem CMS

Ist TYPO3 kompliziert? Die fünf häufigsten Fragen zu Deutschlands beliebtestem CMS

Content-Management Systeme haben sich in den vergangenen Jahren zu Funktionsmonstern entwickelt. Das gilt sowohl für bekannte Lizenzsysteme, als auch für die beliebten OpenSource CMS wie TYPO3. Gerade im Bezug auf TYPO3 gibt es zahlreiche Vorurteile und klassische Fragen von Neulingen.

Die fünf häufigsten Fragestellungen habe ich im Folgenden kommentiert.

Ist TYPO3 eigentlich kompliziert?

TYPO3 ist ein mächtiges Content-Management System mit zahlreichen Funktionen. Gerade die Funktionsvielfalt und die zahlreichen Zusatzfunktionen – bei TYPO3 heißen sie  „Extensions“ – machen das CMS aktuell zu ersten Wahl in Deutschland und Europa.*

Das System wirkt auf manche Neu-Redakteure aus zwei Gründen kompliziert:

  1. TYPO3 ist kompliziert, wenn es falsch konfiguriert ist.
    Das Backend (Bedienoberfläche, in der die Redakteure arbeiten) lässt sich von der Agentur bis ins Kleinste an die Erfordernisse einzelner Nutzer anpassen. Alle Funktionen, die nicht benötigt werden, können also für den Redakteur ausgeblendet werden. „Ihr“ TYPO3-Backend bietet Ihnen dann im Idealfall nur noch die Funktionen an, die Sie als Redakteur für die tägliche Arbeit brauchen: Das Anlegen neuer Seiten, das Ändern von Texten oder das Einfügen von Grafiken in Texte.
    Ein solches stark reduziertes Redakteurs-Backend unterscheidet sich vom Administrator-Backend ganz wesentlich und ist um einiges übersichtlicher, als die TYPO3-Version, mit der ein Admin arbeitet.
    Kompliziert ist TYPO3 also eigentlich nur dann, wenn man als Redakteur den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kann. Sprechen Sie Ihre TYPO3-Agentur mal darauf an. Sie kann das ändern.
  2. TYPO3 ist kompliziert, wenn man es selten benutzt.
    Software ist kompliziert, wenn man sie nur alle paar Wochen einsetzt. Das gilt für MS Word, Excel, Smartphones, alle neuen Fernseher und natürlich auch für ein Content-Management System. Natürlich hat TYPO3 seine eigenen Workflows und man muss einiges an Grundlagen erlernen. Doch für Redakteure mit Spaß an der Arbeit, die regelmäßig damit arbeiten, ist das System bedienungsfreundlich und gut überschaubar.

*In den USA hat sich das OpenSource CMS Drupal (www.drupal.org) durchgesetzt, das in Europa / Deutschland nur von wenigen Agenturen angeboten wird und lange nicht so häufig zum Einsatz kommt, wie TYPO3.

Kann ich mit TYPO3 auch Newsletter verschicken?

Eine häufige Frage im Bezug auf die Arbeit mit TYPO3 ist die Frage, ob aus dem System auch Newsletter und elektronische Mailings verschickt werden können. Die Antwort auf diese Frage ist „ja und nein“.

Technisch ist die Nutzung von TYPO3 zum Erstellen und Verwalten von Newslettern möglich. Es gibt einige „Extensions“, also TYPO3 Erweiterungen, die dies abbilden und Newsletter über den eigenen Mailserver versenden.

Das Problem beim Versand von Newslettern ist jedoch der Empfänger beziehungsweise dessen Mailserver. Dieser Server wird eine Massenmail, die von einem nicht autorisierten Server stammt, ganz in der Regel als Spam – also unverlangte Werbung – qualifizieren. Das Mailing oder der Newsletter werden dann vom Server weggefiltert, ohne den Empfänger zu erreichen. Auch im Hinblick auf Statistiken zur Zustellung sowie Öffnungs- und Klickraten, Abonnentenverwaltung, Personalisierung und Versandraten können diese Behelfslösungen nicht mit einer echten Mailinglösung mithalten.

Die Lösung für diese Problematik ist also (leider) eine, bei der TYPO3 außen vor ist: Sie müssen ein externes Mailing-System oder Newsletter-System einsetzen. Diese werden von zahlreichen Anbietern als SaaS-Lösung (Software as a Service) angeboten.

Ihren Newsletter stellen sie mit solchen Systemen (z.B. Inxmail, Mailingwork oder andere) auf diesem Server in einer Art speziellem CMS zusammen. Auch der Versand geschieht über diesen externen Server. Hintergrund ist, dass die Anbieter solcher Systeme mit ihren Rechenzentren auf sogenannten Whitelists stehen, die zum Versand von Massenmails und Newslettern autorisiert sind. Was sie schreiben kommt also auch beim Empfänger an, statt im Spamfilter hängenzubleiben. In der Regel ist eine Integration von Formularen zur Anmeldung an den Newsletter in die Homepage ohne größere  Probleme möglich.

 

Wie häufig muss TYPO3 upgedatet werden? Wie teuer sind TYPO3 Updates?

Software muss aktualisiert (Neudeutsch: „upgedatet“) werden um ihre Funktion zu erhalten und Sicherheitslücken zu schließen. Das ist besonders wichtig beim Betrieb von Systemen, die jederzeit weltweit über das Internet erreichbar sind. Updates gehören damit zum oft lästigen Alltag bei der Nutzung eines CMS. Egal, welchen Namen sie tragen und von welchem Hersteller sie programmiert wurden.

Werden (sicherheitskritische) Updates nicht eingespielt, läuft der Betreiber des Systems Gefahr, gehackt zu werden. Leider ein Problem, das in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Gehackt wird Stand heute kaum noch aus sportlichem Ehrgeiz. Meist haben Angriffe auf IT-Systeme heute wirtschaftliche Hintergründe. Die Attacken erfolgen, um Kundendaten abzugreifen, Passwörter zu stehlen oder ganz platt, um Sie zu erpressen. Ein Szenario, das häufiger anzutreffen ist, als man vermutet.

Fakt ist, dass TYPO3 wie alle anderen CMS auf dem aktuellen Stand gehalten werden muss und dass diese Aktualisierungen einen gewissen Aufwand verursachen. Wie groß der Aufwand ist, liegt ganz wesentlich an Ihrem individuellen TYPO3-Setup.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Aufwand am geringsten ist, wenn Ihr System

  • keine oder nur wenige individuelle Anpassungen enthält. Hat die Agentur aber zahlreiche Extensions (Zusatzfunktionen) eingebaut, wird das Updaten tendenziell komplizierter und damit teurer.
  • Wenn Ihr System lange nicht mehr aktualisiert worden ist, werden die erforderlichen Updates ebenfalls länger dauern, komplizierter sein und damit auch teurer werden.

Updates sind uns zu teuer: Kann ich das vorhandene System nicht einfach ein paar Jahre lang weiterbetreiben und Sicherheitslücken ignorieren?

Für den Fall, dass Sie aus Ressourcen- oder Budgetgründen Updates nicht einspielen, öffnen Sie Hackern Tür und Tor. Das ist besonders dann problematisch, wenn personenbezogene oder geschäftskritische Daten in Ihrem System vorgehalten werden. Werden solche Daten gehackt, sind die Kosten für Schadensbegrenzung oder Schadensersatz deutlich höher, als die Kosten für das unliebsame Update.

Wenn es gar nicht anders geht, sollten Sie Ihre IT, Ihr Rechenzentrum oder Ihre Agentur bitten, als Vorsichtsmaßnahme regelmäßig Sicherungen (Backups) Ihres Systems zu ziehen. Sonst geht Ihnen womöglich bei einem Angriff die redaktionelle Arbeit von Jahren verloren. Dieses Risiko sollten Sie nicht auch noch eingehen.

Kann ich das System auch bei einem günstigen Hosting-Anbieter installieren?

So lange ein System erfolgreich auf einem Server läuft und es keine Probleme gibt, sind theoretisch auch bekannte günstige Anbieter als Hosting-Partner für Ihr Unternehmens-TYPO3 geeignet.

Unterschiede zwischen einem „teuren Rechenzentrum“ und dem Biliganbieter offenbaren sich immer dann, wenn mal Service gefragt ist. Das Einspielen von Backups. Die Rettung von Dateien. Eine spezielle Konfiguration im System.

Auf solche individuellen Anforderungen sind die großen Massenhoster nicht eingerichtet und nicht zu selten werden Anfragen dieser Art trotz blumiger Serviceversprechen einfach abgeblockt. Im schlimmsten Fall läuft Ihre Corporate-Website oder Ihr Portal dann für Tage oder Wochen nicht. Stand 2017 ein Zustand, den sich kein Unternehmen mehr leisten kann, wenn es das Internet als Vertriebs- oder Marketingplattform versteht.

Bei geschäftskritischen Anwendungen sowie im Fall der Verarbeitung und Speicherung sensibler Daten sollte das Betriebskonzept und -umfeld diesem Rechnung tragen.

Fazit (und eigentlich Frage Nummer sechs): Wer hilft bei TYPO3-Problemen?

TYPO3 ist weder kompliziert, noch ist der Betrieb übermäßig teuer, wenn Ihr CMS-Projekt von der Agentur gut geplant wurde und das Hosting auf sicheren Füßen steht.

Falls das nicht der Fall ist, hilft Ihnen eine spezialisierte TYPO3-Agentur wie Trafo2. Als TYPO3 Association Gold-Member mit Erfahrungswerten aus zahlreichen großen und komplexen TYPO3-Projekten wissen wir, wovon wir sprechen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Telefon 0201 8784990 oder E-Mail: info@trafo2.de.

 

Comments (1)

  1. Ich frage mich, ob es überhaupt irgendwann mal Sinn macht von WordPress abzusehen. Bei einem normalen Bloog sicherlich nicht oder?

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