Mit einem weinenden Auge – Das Ende von Flash

Adobe kündigte in dieser Woche das Ende von Flash an. Die Weiterentwicklung der Animationstechnologie, die einst als absoluter Marktführer für Bewegung und Sound im Web sorgte, wird bis Ende 2020 eingestellt.

Jetzt könnten wir von Trafo2 über die Meldung locker hinwegsehen, weil mal wieder eine Technologie nach dem Darwin´schen Prinzip überholt wurde. Doch immerhin hat Flash uns von der Gründung bis etwa 2006 durchgehend begleitet und zu unserem Erfolg als Anbieter Digitaler Lösungen beigetragen. Wir schauen daher mit einem weinenden Auge auf das Ableben einer Technologie mit der man mehr anstellen konnte, als nur bunte Bildchen animieren.

Blick zurück in die Neunziger

In den Urzeiten des Internets Ende der Neunziger war Flash zur Darstellung von Animation im Browser  konkurrenzlos. Zu Zeiten, in denen sich Video-Filmchen in Briefmarkenkengröße und von Pixeln entstellt durch die Modems der Anwender quälten, war die vom amerikanischen Unternehmen Macromedia entwickelte Technologie unschlagbar zur Produktion von bewegten Inhalten und Sound.

Flash Erfolgsfaktoren

Hauptgründe für den Erfolg von Flash waren die folgenden: Erstens: Die große Verbreitung. Das Flash-Plugin war zeitweise in 95% der im Internet werkelnden Browser installiert. Zweitens die Tatsache, dass eine Flash-Animation nicht auf sperrigen Pixeln beruhte, sondern auf bandbreitenschonenden Vektorgrafiken. Und Drittens die Möglichkeit, an all die schicken Vektoren auch noch Datenbanken anbinden zu können. Aus all diesen Gründen waren Flash-Animationen gleichzeitig schick UND technisch anspruchsvoll, wenn man es wollte.

Flash-Projekte von Trafo2

Trafo2 hat mit all diesen Möglichkeiten eine Menge erfolgreicher Flash-Projekte ins Internet gebracht. Bereits im Jahr 2000 hatte es mit der „Virtuellen Grubenfahrt“ für unseren Kunden DSK begonnen. Ein Erfolgsprojekt. Über die interaktive Animation mit Szenen aus dem Bergwerk berichtete damals „CT“ und die Inhalte der Animation schafften es einige Jahre später sogar in ein Schulbuch zum Thema Bergbau.

Flash-Projekte im Fokus: Trafo2-Stand auf der „IT-Trends Energie“ 2004 – Ansgar Fulland mit einem Kunden im Gespräch

Folgeprojekte der virtuellen Art ließen da nicht lange auf sich warten. Zum Beispiel das „Virtuelle Kraftwerk“ für die Essener STEAG, das die Stromproduktion auch für den Laien verständlich animiert darstellte.

Das Prinzip, erklärungsbedürftige Inhalte mit Flash-Technologie zu erklären, gipfelte in unserem sicherlich komplexesten Flash-Projekt, der „RWE Solutions World“, die wir 2003 im Auftrag von RWE Solutions für die Hannovermesse umsetzten.

Die interaktive Vertriebsanimation zur Darstellung von Dienstleistungen von RWE Solutions konnte vollständig über ein CMS gesteuert werden und war sowohl im Web als auch vor Ort vertrieblich nutzbar. Für damalige Verhältnisse war das eindeutig „High-End“ und wäre selbst mit den Mitteln des Jahres 2017 mehr als nur eine Fingerübung für eine Digitalagentur.

RWE Solutions World – Eine Flash-Animation zu Produkten und Dienstleistungen gesteuert von einem eigens dafür programmierten Content-Management

Tschüss Flash

All das ist lange her und so richtig böse können wir Steve Jobs nicht sein. Er hatte seine Gründe dafür, das Flash-Plugin partout nicht auf seine iPhones zu lassen und hat damit den Anfang vom Ende eingeläutet.

Heute beschäftigen wir uns bei Trafo2 mit TYPO3, Digitalisierung und komplexen Web-Applikationen. Das ist weniger bunt als virtuelle Flash-Kraftwerke – aber mindestens genauso spannend. Tschüss Flash. Es war eine bunte Zeit mit Dir!

 

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